Fragen, die es zu klären gilt

Leider reicht es nicht, eine Ausgangssituation zu haben, man sollte auch wissen, wohin es in der Story gehen soll. Am besten sollte man ein grobes Ende im Sinn haben, wenn man plant, auch wenn man das später noch daran anpassen kann, was sich in der Geschichte vielleicht ergibt. Das Dazwischen muss aber gefüllt werden und damit hab ich häufig gewisse Schwierigkeiten.

Für meine paranormale Heteromanze (mit dem Arbeitstitel PaRo; beschde) hab ich diese Grundidee im Sinn:

Nach zwei Wochen des Vegitierens, nachdem ihr Freund ohne jede Erklärung aus ihrem Leben verschwunden ist, reißt Claire sich zusammen und nimmt wieder am gesellschaftlichen Leben teil. Sie lernt einen jungen Mann kennen, mit dem sie eine völlig anders geartete gute Zeit hat als mit ihrem Ex und verliebt sich mit der Zeit in ihn. Doch einiges an ihm ist seltsam und als ihr Ex wiederkommt und wie selbstverständlich davon ausgeht, dass sie auf ihn gewartet hat, geht der Stress los.

Ich bin mir sicher, dass sie nicht wieder mit ihrem Ex zusammenkommt, das wird klar, noch bevor er wiederkommt. Es ist aber auch nicht gesagt, dass sie mit dem Neuen zusammen bleibt, denn da kommt das Paranormale ins Spiel.

Ab hier Major Spoiler Alert‼

Seit Van Helsing (mit Hugh! Jackman!) gehören Vampire und Werwölfe an Erzfeinde für mich zusammen. Werwölfe sind für Vampire geistlose Biester, während Werwölfe es verachten, dass Vampire bei vollem Bewusstsein töten. Beide haben einen Punkt, aye? Es nimmt nicht die Ausmaße von Twilight an, Werwölfe sind nicht speziell für den Kampf gegen Vampire entstanden, aber sie geraten aneinander, wenn sie im selben Revier … jagen.

Theo hat die Stadt verlassen, weil er gebissen wurde und der Kerl, der dafür verantwortlich ist, ihn mitgenommen hat, um ihm das bisschen Kontrolle beizubringen, das man erlangen kann. Darum ist er drei Monate lang weg.

Al(istair) ist ein Vampir, der sein Gewissen bisher damit beruhigt hat, dass er zum Überleben tötet und nicht, weil es ihm Spaß macht. Er hat auch versucht, zu hungern, aber dann hat er die Kontrolle verloren und das will er niemals wieder erleben. Lieber lebt er damit, einen Menschen pro Monat zu töten. Außerdem hält er sich an Verbrecher und Obdachlose. Für Claire ist das später nicht viel besser. Darum versucht er es mit Tieren, was ihm aber mächtige Probleme verursacht. Er ist reizbar, unerträglich und schwächelt.

An dieser Stelle stehe ich vor einigen Problemen:

  • Claire soll selbst darauf kommen. Wie stell ich das an? Welche Eigenschaften von Vampiren übernehme ich? Wissen Leute von ihnen? Welche Anzeichen braucht es, damit Claire alle Ansätze weltlicher Erklärungen fahren lässt?
  • Wenn sie es also herausgefunden hat, was dann? Sie ist geschockt und das eine ganze Weile, hält sich von ihm fern — und er akzeptiert das! — und stellt doch fest, dass sie ihn als Person vermisst und sie sich bei ihm so gut gefühlt hat. Konflikt!
  • Und selbst wenn. Sie kann sich mit diesem Wissen nicht einfach abwenden und ihn weiter Leute umbringen lassen.
  • Wie lösen sie das? Ich hatte daran gedacht, dass Claire sich als Spenderin anbietet. Das Problem ist, dass man drei Monate warten muss und was tut er in der Zwischenzeit? Und: Trotz aller gegenteiliger Beteuerungen kann sie nicht sicher sein, dass er die Beherrschung nicht verliert.
  • Soll ich die Firma ins Spiel bringen? Die haben Möglichkeiten, die haben Blutspenden einfach für so was. Es kommt mir vor wie die einfache Lösung. Doch Claire ist ein Mädchen von siebzehn Jahren, was kann sie allein groß tun? Wenn ich die Firma früh genug und richtig einbringe, wirkt es plausibel und Claire kann einen Anteil daran haben, dass er da unterkommt und nicht ausgelöscht wird.

Dafür muss ich Lösungen finden. Das Problem dabei, sich zu viel beim Schreiben ergeben zu lassen, ist nämlich, dass es dann wirkt, als käme es aus heiterem Himmel. Doch nichts ist cooler, als wenn man sich irgendwann sagen kann: „Das hat sich ja schon angedeutet, ne“, aber nicht auf die Holzhammerweise.

In solchen Momenten komm ich mir dann immer total bescheuert vor, als würde ich das nie auf die Reihe kriegen, mein Kopf ist wie leergefegt. Ansprüche an sich selbst haben! Und doch die Überwindung zum Schreiben finden. Bei manchen Geschichten bin ich mir da richtig sicher, bei anderen dauert es ewig.

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